Fahrraddiebstahl

Sattel oder Beleuchtung abbauen, ein fremdes Fahrrad mal eben für eine „Spritztour“ benutzen: Ist man dann schon ein Dieb? Hat man das Rad nur „ausgeliehen“ oder schon geklaut? Das Gesetz gibt eine klare Antwort: Wer Dinge, die einem nicht gehören, wegnimmt und behält, begeht einen Diebstahl.

Eine solche Handlung wird nach dem Strafgesetzbuch (StGB) bestraft. Das Gesetz unterscheidet dann zwischen dem unbefugten Gebrauch eines Fahrzeuges, dem so genannten einfachen Diebstahl und dem schweren Diebstahl. Je nachdem, ob das Fahrrad angeschlossen war oder beispielsweise in einem verschlossenen Kellerraum gestanden hat. Wird zum Beispiel vorher das Fahrradschloss geknackt oder eine Kellertür aufgebrochen, ist das ein schwerer Diebstahl, der auch höher bestraft wird.

Fakten

Auch Fahrräder sind Fahrzeuge. Unbefugter Gebrauch nach § 248b StGB bedeutet, dass man ein Fahrrad gegen den Willen des Besitzers benutzt. Dafür kann man mit bis zu drei Jahren Gefängnis oder mit einer Geldstrafe bestraft werden. Auch wer das versucht, macht sich schon strafbar.

Einen Diebstahl im Sinne des § 242 Strafgesetzbuch (StGB) begeht, wer einem anderen eine fremde bewegliche Sache wegnimmt und sie für sich behalten oder an einen anderen weitergeben will.

Schon der Versuch kann bestraft werden. Wer einen Diebstahl begeht, muss mit einer Geldstrafe oder einer Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren rechnen.

Wird der Diebstahl unter ganz bestimmten Umständen begangen, spricht man im Strafrecht nach § 243 StGB von einem „besonders schweren Fall des Diebstahls“.

Besonders schwer ist der Diebstahl immer dann,

  • wenn man vorher in ein Gebäude oder einen anderen Umschlossenen Raum einbricht,
  • wenn man beispielsweise einen nachgemachten Schlüssel oder ein Werkzeug dazu benutzt, um in den Raum zu gelangen oder sich vorher darin versteckt hat,
  • wenn man eine Sache stiehlt, die durch eine Schutzvorrichtung, wie z. B. ein Schloss, gegen Wegnahme besonders gesichert ist,
  • wenn man gewerbsmäßig stiehlt, d. h., die geklauten Sachen später verkauft,
  • wenn jemand stiehlt, indem er die Hilflosigkeit einer anderen Person oder einen Unglücksfall ausnutzt.

Solche Fälle des Diebstahls werden mit Gefängnisstrafe von drei Monaten bis zu zehn Jahren bestraft.

Betroffene und Beteiligte

Wenn dir jemand dein Fahrrad geklaut hat, bist du wahrscheinlich erst einmal richtig wütend. Ein Fahrrad ist nicht gerade ein Gegenstand, den man jederzeit wieder neu beschaffen kann. Für ein Rad mit wertvoller Schaltung und hochwertiger Federung hat man ja auch gutes Geld hingelegt. Vielleicht hast du dafür dein Taschengeld gespart, dafür gearbeitet oder das Rad geschenkt bekommen. Du hast es vielleicht täglich genutzt, auf dem Weg zur Schule und in deiner Freizeit. Jetzt ist es weg. Da kommen verständlicherweise Wut und auch Traurigkeit auf. Deine Eltern sagen wahrscheinlich noch, du hättest nicht genug aufgepasst. Aber das hilft jetzt auch nicht weiter.

Am besten gehst du erst einmal zur Polizei und zeigst den Diebstahl an, denn es besteht die Chance, dass die Polizei den Dieb findet oder das Fahrrad gefunden wird. Zudem kannst du beim örtlichen Fundamt nachfragen, ob es dort abgegeben wurde. 

Was du in Zukunft tun kannst, um es den Dieben schwerer zu machen, erfährst du unter Tipps.

Wenn du ein Fahrrad geklaut hast, dann überlege doch mal, wie du dich fühlen würdest, wenn dir jemand dein Fahrrad oder eine andere für dich wertvolle Sache wegnimmt.

Du hast damit Unrecht begangen und einem anderen Menschen eine Sache weggenommen, für die er viel Geld bezahlt hat. Auch wenn das Fahrrad vielleicht nicht mehr ganz neu war - für den Eigentümer war es sicher sehr wertvoll. Vielleicht ist er sogar täglich auf das Fahrrad angewiesen, um damit zur Arbeit oder zur Schule zu fahren. Oft sind Fahrräder nicht versichert. Das bedeutet, dass der Schaden, den du angerichtet hast, auch nicht ersetzt wird.

Denke nochmal über dein Handeln nach. Vielleicht ist es dir möglich, das Fahrrad (anonym) zurückzugeben oder zurückzustellen. Du kannst auch zur Polizei gehen und dich selbst anzeigen, allerdings musst du dann mit einer Strafe rechnen. Aber in der Regel wirkt sich eine Selbstanzeige strafmildernd aus.

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