Islamistisch Motivierte Kriminalität

Zunächst solltest du dir eine wichtige Unterscheidung einprägen: Der Islam ist eine Weltreligion, versteht sich als "Hingabe zu Gott" (arabisch) und als Religion des Friedens.

Der Islam wird aber von einer Minderheit für eine Ideologie des Hasses missbraucht. Man spricht dann von islamistisch, politisch motivierter Kriminalität.

Die extremsten Islamisten streben eine Staatsform an, die mit unserem Verständnis von Toleranz, Freiheit und Gleichberechtigung nicht vereinbar ist.

In so einem Staat wären Frauen und Männer nicht mehr gleich, die Rechtsprechung wäre teilweise grausam, Popmusik wäre verboten und viele Bereiche des privaten Lebens wären fremdbestimmt. Die meisten Menschen, in Deutschland und anderswo, Muslime und andere, wollen das nicht!

Fakten

Gewaltbereite Islamisten machen seit langer Zeit mit Straftaten auf sich aufmerksam. Der extremste Anschlag war der vom 11.09.2001 in den USA. Aber auch in Deutschland bereiten wenige "Dschihadisten" Anschläge vor!

Die Ideologie hinter dem Terror stammt von "Al Qaida" (arab.: die Basis). Sie verbreitete sich zunächst im arabischen Raum, dann aber auch weltweit. Mittlerweile gibt es viele regionale Konflikte und Kriege, in denen diese Gewaltideologie eine unselige Rolle spielt (Ostafrika, Syrien/Irak, Afghanistan/Pakistan). Vor allem der sogenannte "Islamische Staat" in Syrien und dem Irak stellt eine große Gefahr dar, da er auch für radikale Jugendliche in Deutschland attraktiv scheint.

Die Ideologie der radikalen Islamisten baut auf der Ungleichwertigkeit der Menschen und dem Einsatz von Gewalt für politisch verstandene Ziele auf und steht damit im starken Kontrast zu deutschen Gesetzen und den Grund- und Menschenrechten.

Auch in Deutschland gab es immer wieder Anschlagsversuche (2006: "Kofferbomber", 2007 "Sauerlandgruppe", 2011: "Düsseldorfer Zelle", etc.). Diese Terroristen planten Sprengstoffanschläge oder führten diese sogar aus - was selbstverständlich verboten ist (§§ 308, 310 StGB).

Es gab aber auch Anschläge wie 2011 die Tötung von Soldaten am Frankfurter Flughafen. Natürlich ist Mord und Totschlag (§§ 211, 212 StGB) durch nichts, und schon gar nicht durch Religion, zu rechtfertigen!

Weil diese Anschläge besonders gefährlich sind und viele Opfer fordern können, ist bereits die Unterstützung einer kriminellen oder terroristischen Vereinigung verboten (§§ 129a, 129b StGB).

Es gab aber nicht nur diese vielbeachteten Kriminalfälle, sondern auch viele weitere in denen aus einem falschen Religionsverständnis Straftaten entstanden - vielleicht kennst du auch Fälle aus deiner Region.

Eine Form des Islamismus wird auch als "Salafismus" bezeichnet, was wörtlich übersetzt "die Orientierung an den frommen Vorfahren" bedeutet. Hierbei handelt es sich also um eine sehr rückwärtsgewandte Strömung im (sunnitischen) Islam. Die Anhänger wollen genau so leben, wie die ersten Muslime. Dies soll ihrem Leben Orientierung und Sinn geben.

In einem freiheitlichen Land wie Deutschland kann jeder seine Religion leben wie er oder sie will, solange die Freiheiten anderer nicht eingeschränkt werden. Salafisten, die ihren Glauben innerhalb der Grundordnung leben, sind also weniger das Problem als solche, die aus ideologischen Gründen Gesetze brechen oder den Krieg gegen "Ungläubige" predigen. Diese Straftäter werden auch als "Dschihadisten" bezeichnet.

Falls das sehr kompliziert klingt, kannst du dir eine wichtige Unterscheidung merken: Es ist zentral, welchem Recht in Deutschland der Vorrang gegeben wird: dem deutschen Gesetz vor der "Scharia" (theologisches Recht)!

Du hast sicher schon im Internet Videos von bärtigen Salafisten in traditioneller arabischer Kleidung gesehen, die vor Menschen predigen. Sie knüpfen dabei oft an der Erfahrung mangelnder Integration, Ausgrenzung und Ablehnung von Muslimen in Deutschland an. Zur "Islamfeindlichkeit" kommen dann noch verstörende und grausame Schilderungen aus den Kriegsregionen dieser Erde, in denen Muslime Opfer werden.

Auch wenn die Berichte zutreffend sein sollten, ist die Interpretation sehr einseitig: Radikale Salafisten teilen dabei in gute Muslime (Umma = Gemeinschaft der gläubigen Muslime) und böse Ungläubige auf (kuffar) und fordern insbesondere junge Menschen auf, dieses Glaubensverständnis zu teilen.

Die angesprochenen Jugendlichen folgen ihnen meist nur in einer vorübergehenden Phase - zum Teil als Provokation oder Protestform. Einige bleiben aber hängen, beherzigen die Propaganda und lassen sich zu Straftaten aufhetzen. Einige Wenige gehen sogar als "Gotteskämpfer" in die Fremde.

Für alle Anhänger von Religionen ist es normal, dies zu zeigen. Vielleicht hast du auch ein Schmuckstück mit Symbolen deiner Religion. Radikalere Gläubige versuchen zudem, so zu leben, wie die Propheten, Heiligen oder sonstige wichtige Personen der Religion.

Im Islam lebt insbesondere die Gruppe der Salafisten nach außen deutlich sichtbar ihre Religion. Sie halten dabei nicht nur die religiösen Pflichten streng ein, sondern leben ihren Glauben in möglichst allen Lebensbereichen: von der Kleidung, über den Musikstil, über ihre Partnerschaft und Ehe - bis hin zur Zahnpflege.

Es ist ein Zeichen einer freien Gesellschaft, dass sich jeder kleiden und verhalten darf, wie er/sie will, solange das Verhalten nicht verboten ist. Das gilt natürlich auch für Muslime. Gewaltbereite Islamisten erkennt man also weniger an ihrem Äußeren, sondern vor allem anhand ihrer Gedanken, Worte und Taten.

Betroffene und Beteiligte

Vielleicht kennst du auch Menschen in deinem Freundeskreis, die islamistische Auffassungen sympathisch finden oder radikalen Salafisten und gewaltbereiten Islamisten folgen wollen? Meist wissen sie kaum etwas über deren Ziele, sondern kennen nur Internetvideos und andere Propaganda.

Sei dir im Klaren, dass du mit den Predigern nicht wirklich offen oder kritisch diskutieren kannst. Sie verfolgen ein Weltbild in dem Du entweder kritiklos und ohne nachzudenken folgst oder ein Ungläubiger bist, der bedroht wird.

Sprich mit anderen über solche Gruppen oder Einzelpersonen - auch mit Erwachsenen (Lehrer, Sozialarbeiter, Imam, etc.).

Wenn du im Internet oder in deinem Umfeld von (geplanten) Straftaten hörst: Wende dich an die Polizei und zeige diese an!

Mit einer Religion des Friedens (aber auch sonst) lassen sich keine willkürlichen Körperverletzungen legitimieren!

Wenn du auf Vertreter eines extremistisch verstandenen Islam triffst: Vermeide die (kämpferische) Konfrontation mit ihnen, sondern überlasse das der Polizei (außer es handelt sich um Notwehr oder Nothilfe).

Wenn die Situation bereits eskaliert ist und es zu Straftaten kommt: Hilf anderen und insbesondere Opfern, ohne dich selbst in Gefahr zu bringen. Dafür haben wir allgemein gültige Zivilcourage-Regeln.

Zeige Straftaten bei der Polizei an und stelle dich als Zeuge zur Verfügung, um das Unrecht aufklären zu können. Wenn du selbst Opfer geworden bist, stehen dir besondere Möglichkeiten der Hilfe und Unterstützung offen.

Wenn du mitbekommst, wie ein Freund oder Bekannter sich immer mehr in seine sehr extrem verstandene Religion einigelt, immer mehr in Freund-Feind-Kategorien denkt und beginnt, mit seinem Glauben Gewalt zu legitimieren - dann handle schnell, aber überlegt!

Sprich frühzeitig mit Erwachsenen darüber (Imam/Geistlicher, seinen oder Deinen Eltern, Eurem Lehrer, Sozialarbeiter, etc.). Vielleicht kann man ihn/sie noch von einer großen Dummheit abhalten!

Wenn ihr euch nicht sicher seid, könnt ihr euch bei der "Beratungsstelle Radikalisierung" beraten lassen.

Das ist kein Verrat an Eurer Freundschaft! Wahre Freunde passen auch aufeinander auf und schreiten ein, wenn der andere drauf und dran ist, einen Fehler zu begehen!

Wenn du im Internet oder in deinem Umfeld etwas von politisch motivierten Straftaten mitbekommst: bewahre einen kühlen Kopf und gerate nicht in Panik!

Stimmen die Vermutungen, dann melde dich bei der Polizei und gib deine Informationen weiter. Wenn es nur Gerüchte ohne Hintergrund sind: bleib cool! Extremisten wollen Angst und Schrecken verbreiten, indem sie andere terrorisieren.

Verteidige deine Freiheit, indem du sie nutzt! Gehe auch weiterhin ins Kino, besuche Fußballstadien, Feste und Konzerte, fahre mit der Bahn oder fliege mit dem Flugzeug in den Urlaub!

Gewaltbereite Islamisten haben es mit ihrer Intoleranz und Gewalt auf unsere freiheitliche Grundordnung abgesehen, daher sind Freiheitsliebe und Toleranz die besten Antworten!

Eure Fragen zum Thema

Straftaten sind nie zu rechtfertigen, weil sie anderen Menschen und der Gesellschaft schaden. Wir wollen in Deutschland respektvoll, tolerant und offen mit allen Bürgern zusammenleben, egal welcher Kultur oder Religion sie angehören.

Wer politisch oder islamistisch motivierte Straftaten begeht, schadet nicht nur Opfern und sich selbst, sondern auch der gesamten Gesellschaft, weil er das friedfertige Zusammenleben in Deutschland angreift.

Radikale Islamisten interpretieren ihre Glaubensgrundlagen höchst einseitig und legitimieren damit Gewalt und andere Straftaten. In Deutschland gilt aber, dass nur der Staat Gewalt ausüben darf, wenn es ein Gesetz erlaubt (z. B.: Festnahme eines Straftäters). Jemanden bestrafen dürfen nur Gerichte. In Deutschland sind "Selbstjustiz" und "Faustrecht" tabu!

Die Polizei in Deutschland hat die Aufgabe, Gefahren abzuwehren, sie zu verhindern und zu verfolgen. Menschen werden von der Polizei nicht verfolgt, wenn sie einfach nur ihren Glauben leben. In Deutschland hat jeder die Freiheit, seine Religion ungestört leben zu können, solange er die Freiheiten anderer respektiert. Die Religionsfreiheit wird auch durch die Polizei beschützt.

Islamisten und Salafisten haben, wie jeder andere Bürger auch, das Recht, ihre Meinung zu äußern, soweit sie dabei keine Straftaten begehen (Aufrufe zur Gewalt, oder Volksverhetzung) und an legalen Demonstrationen teilzunehmen. Solange das friedlich geschieht, wird die Polizei die Teilnehmer beispielsweise vor Gegendemonstranten schützen.

Sobald aber die Aggressionen von den Islamisten ausgehen, ist die Polizei verpflichtet, bei ihnen einzugreifen, um die öffentliche Ordnung und Sicherheit wieder herzustellen.

Gewaltbereite Islamisten sprechen nicht nur auf der Straße sondern auch an Schulen Kinder und Jugendliche an, um sie für ihre extremistischen Ziele zu begeistern. Dabei wird Hass geschürt und erzählt, dass dein jetziges Leben falsch sei.

Im Extremfall wird dafür geworben, in Kriegsgebiete muslimisch geprägter Länder wie Afghanistan oder Syrien auszureisen. Dort soll man sich dem bewaffneten Kampf der Islamisten anschließen, um angeblich den Islam zu verteidigen und ein islamistisches Kalifat aufzubauen.

Es wird behauptet, dass man in der Gemeinschaft der Kämpfer viel Spaß haben kann. Jeder soll eine schöne Freundin bekommen, in Pools baden können, jederzeit einen Arzt finden und genügend zu essen bekommen.

Überlege: Das kann nicht stimmen - dort herrscht Krieg und Krieg bedeutet Lebensgefahr! Nicht umsonst flüchtet die Zivilbevölkerung.

Falls dir so etwas passiert: Verständige deine Eltern, deine Lehrer und gegebenenfalls auch die Polizei.

Erstens: dass sie gläubig ist - wobei es auch so genannte "Ramadan-Muslime" gibt (wie auch "Weihnachts-Christen"), die ihren Glauben vor allem zu den großen religiösen Festen praktizieren und das restliche Jahr eher nicht.

Zweitens: dass sie ihren Glauben auch in der Öffentlichkeit lebt, sie ihn also als wichtig für ihre Persönlichkeit ansieht.

Drittens: es sagt nichts darüber aus, ob sie gemäßigt, radikal, fundamentalistisch, etc. ausgerichtet ist! Manche junge Frauen nutzen bunte Kopftücher auch als modisches Accessoire.

Viertens: es sagt auch nichts darüber aus, ob sie das Kopftuch freiwillig trägt oder aus Zwang. Die allermeisten Muslima tragen das Kopftuch aus freiem Willen als Ausdruck ihrer Religion und Kultur.

Über die Bedeutung und die Konsequenzen des "Dschihad" besteht unter muslimischen Religionsgelehrten keine abschließende einige Meinung. Der Begriff kommt vom arabischen Verb "dschahada" und bedeutet "sich anstrengen" oder auch "kämpfen".

Im Koran gibt es einige Stellen, die auf die kämpferische und kriegerische Bedeutung des Wortes abzielen. Aber auch da gibt es viele Regeln, die es zu beachten gilt. Die kämpferische Bedeutung wird oft als der kleine Dschihad bezeichnet. Als der "große Dschihad" wird der innere, spirituelle Kampf gegen die Untugend bezeichnet, das Sprechen der Wahrheit und die friedliche Verbreitung des Islam sowie das richtige moralische Verhalten: Das Rechte gebieten und das Verwerfliche verbieten!

In einer Antwort auf eine Äußerung von Papst Benedikt XVI betonen muslimische Geistliche: "Es gibt keinen Zwang im Glauben" und verwehren sich gegen offensive Missionierung unter Zwang.

Letztlich ist die Interpretation ein theologisches Problem. Die Polizei interessiert sich dann für "Dschihadisten", wenn sie Straftaten begehen (wollen).

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